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Die erste Goldmedaille für Deutschland – Sabine Berg überragend im Punkterennen
Gera, 26. Juli. Eine taktische und kämpferische Meisterleistung – anders kann man den Lauf der Sabine Berg im 10.000 m Punkterennen nicht beschreiben. „Wir hatten zwar eine gute Taktik, dass diese allerdings so erfolgreich umgesetzt werden könnte, hätte ich mir nicht erträumen lassen,“ so Sabine Berg überglücklich und noch ein wenig fassungslos nach ihrem fantastischen Lauf. Sie lief die europäische Spitze in Grund und Boden. Die am Ende zweitplatzierte Italienerin Arianna Arcidiacono hatte trotz Unterstützung ihrer Teamkolleginnen am Ende das Nachsehen. Sabine Berg musste dagegen in diesem Rennen auf die Hilfe ihres Teams verzichten. Lisa Kaluzni, eigentlich nur für den Sprint vorgesehen, konnte dem hohen Tempo nicht folgen und musste das Rennen vorzeitig verlassen. Auch Tina Strüver, die bisher durch mannschaftsdienliches Laufen positiv aufgefallen war, konnte Sabine Berg nicht entscheidend unterstützen. Sabine Berg kämpfte sich allein durch das Rennen – nutzte jede Situation im Rennverlauf taktisch geschickt für sich aus und sprintete in der letzten Runde sogar noch an der Niederländerin Elma de Vries vorbei, die sich einige Meter vom Feld abgesetzt hatte. „Die letzte Runde geht immer,“ äußerte sich Sabine Berg bereits zu beginn der Meisterschaft und behielt recht – wie die tobenden Zuschauer auf den Tribünen hautnah miterleben durften. „Es war fantastisch – normalerweise bekommt man die Zuschauer nicht mit, aber alle haben so laut angefeuert, dass ich noch mal extra Kraft in meinen Beinen spürte,“ so Sabine Berg über die Atmosphäre während ihres grandiosen Auftritts.
Bei den Herren lief es aus deutscher Sicht nicht wie geplant. Gleich zu Beginn des Rennens initiierte das französische Team einen Ausreißversuch, der es in sich hatte. Julien Sourisseau und Jan Guyader konnten mit einem überraschenden Antritt aus dem Läuferfeld heraus sofort einige Meter zwischen sich und das Hauptfeld bringen. Offenbar unbeeindruckt von dem Angriff der Franzosen hatten die restlichen Läufer kein Interesse daran den beiden „Ausreißern“ zu folgen. Somit wuchs der Vorsprung der Franzosen stetig an und die beiden konnten die ersten Punktesprints für sich entscheiden. Viel zu spät reagierte das Hauptfeld – einzelne Läufer versuchten die französischen Läufer einzuholen - ohne Erfolg. Auch den deutschen Läufer gelang es nicht wieder entscheidend in das Rennen einzugreifen. Gegen Ende des Rennens – die beiden Franzosen hatten inzwischen auf Platz 1 und 2 liegend uneinholbar alle Punkte gesammelt – entbrannte für den Rest des Feldes der Kampf um Platz drei, den der Italiener Davide Amabili für sich entschieden konnte. Nico Wieduwilt wurde mit Platz 10 bester Deutscher. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Franzosen einen so erfolgreichen Angriff starten würden. Dann haben wir im entscheidenden Moment den Angriff versäumt und konnten dann am Ende nicht mehr wirkungsvoll in das Rennen eingreifen,“ so Nico Wieduwilt nach dem Rennen.
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